„Die Website kostet uns nichts, die läuft ja.“ Diesen Satz hören wir oft, und er stimmt fast nie. Eine WordPress-Website hat keine monatliche Rechnung mit allem drauf. Sie hat sechs kleine, über das Jahr verteilt, und eine davon steht in keiner Buchhaltung: Ihre Zeit. Hier ist die ganze Rechnung, Posten für Posten, mit einer Beispielkalkulation für eine typische Firmenwebsite: 20 Seiten, Kontaktformular, kein Shop.
1. Die sichtbare Rechnung: Hosting und Domain
Das ist der Posten, den jeder kennt. Ein Webhosting-Paket bei IONOS, STRATO, All-Inkl oder Hetzner kostet zwischen 5 und 15 € im Monat, Managed-WordPress-Hosting (Raidboxes, Mittwald, Kinsta) 15 bis 50 €. Die Domain kommt mit 10 bis 20 € im Jahr dazu.
Beispiel: 10 € im Monat, 120 € im Jahr.
2. Lizenzen, die jedes Jahr wieder fällig sind
WordPress selbst ist kostenlos. Die Website, die Sie gekauft haben, läuft aber meist auf Bausteinen, die jährlich verlängert werden: ein Premium-Theme oder Page-Builder (Elementor Pro, Divi), ein Formular-Plugin, ein Cookie-Banner nach deutschem Recht (Borlabs, Real Cookie Banner), ein Backup-Plugin, ein SEO-Plugin, bei mehrsprachigen Seiten WPML. Jedes 40 bis 100 € im Jahr. Oft laufen die Lizenzen über die Agentur, und Sie sehen sie erst, wenn die Agentur weg ist und das Theme keine Updates mehr bekommt.
Beispiel: 150 bis 400 € im Jahr, rechnen wir mit 250 €.
3. Die Pflege: Updates, Backups, Sicherheit
Hier beginnt der Teil, den die meisten nicht zusammenrechnen. Eine WordPress-Website besteht aus WordPress, einem Theme, zehn bis zwanzig Plugins und der PHP-Version darunter. Jedes Teil bekommt Updates, manche wöchentlich, und jedes Update kann etwas anderes kaputt machen. Die Lücken des Jahres 2026 (wp2shell im Juli, PHP2Shell im Oktober) haben gezeigt, dass „wir updaten, wenn Zeit ist“ keine Option mehr ist: Angreifer suchen innerhalb von Stunden automatisiert nach Websites, die noch nicht nachgezogen haben.
Zwei Wege:
- Selbst machen. Ein bis zwei Stunden im Monat, wenn nichts schiefgeht: Updates einspielen, vorher Backup, danach durchklicken. Dazu die Mails des Hosters lesen („Ihre PHP-Version läuft aus“) und verstehen.
- Wartungsvertrag. Deutsche Agenturen und Spezialanbieter verlangen für eine Firmenwebsite 30 bis 150 € im Monat; ein Beispiel ist das Premium-Paket von Kopf & Stift für 69 € netto. US-Anbieter liegen bei 49 bis 299 $, für Firmenwebsites typisch 100 bis 300 $. Enthalten sind meist Updates, Backups und ein Protokoll. Inhaltliche Änderungen sind es nicht, dazu gleich.
Beispiel: 69 € im Monat, 828 € im Jahr.
4. Die Änderungen: „Können Sie kurz die Öffnungszeiten ändern?“
Der Posten, der am meisten ärgert, weil er so klein wirkt. Neue Öffnungszeiten, ein Mitarbeiter geht, ein Foto, die Förderung, die seit Januar anders heißt. Jede dieser Bitten geht an die Agentur oder den Freelancer, der 80 bis 150 € pro Stunde nimmt und oft eine halbe oder ganze Stunde als kleinste Einheit abrechnet. Und sie wartet: zwei Tage, eine Woche, „nach dem Urlaub“.
Sechs kleine Änderungen im Jahr sind wenig. Viele Betriebe hätten gern zwanzig, machen aber nur sechs, weil jede einzelne Geld kostet und Mühe macht. Das ist der versteckte Preis: die Website, die seit zwei Jahren den falschen Mitarbeiter zeigt.
Beispiel: 6 Änderungen zu je einer Stunde à 100 €, 600 € im Jahr.
5. Der Störfall
Er kommt nicht jedes Jahr, aber er kommt. Drei typische:
- Nach einem Update ist die Seite weiß. Ein Nachmittag der Agentur, 200 bis 500 €, plus die Stunden, in denen Kunden eine Fehlermeldung sahen.
- Die Website wurde gehackt. Reinigung durch einen Profi: 500 bis 1.500 €, je nach Schaden, plus die Google-Warnung, die noch Tage nach der Reinigung Besucher abschreckt (was dann zu tun ist).
- Eine Abmahnung. Seit dem Münchner Urteil 2022 zu extern geladenen Google Fonts bekamen tausende Betriebe Post von Anwälten; die Forderungen lagen bei einigen hundert Euro pro Fall. Das Cookie-Banner, das Kontaktformular und die Datenschutzerklärung sind weitere Stellen, an denen eine ungepflegte Website Geld kosten kann.
Wer das über fünf Jahre mittelt, landet bei einer Reserve von ein paar hundert Euro im Jahr.
Beispiel: 300 € im Jahr, als Reserve.
6. Ihre Zeit
Die Rechnung, die nirgends steht. Die Mail vom Hoster, der Anruf bei der Agentur, das Warten, das Nachfragen, das Prüfen, ob die Änderung jetzt drin ist, das Rätseln über „PHP 8.1 wird eingestellt“. Bei Betrieben, die alles selbst machen, sind das schnell 20 bis 40 Stunden im Jahr. Bei Betrieben mit Agentur immer noch fünf bis zehn, nur fürs Koordinieren. Rechnen Sie Ihre Stunde, wie Sie möchten; wir setzen vorsichtig 60 € an.
Beispiel: 8 Stunden bei Agentur-Betreuung, 480 € im Jahr. Ohne Agentur: 30 Stunden, 1.800 €.
Die Beispielrechnung
Eine Firmenwebsite mit 20 Seiten, Kontaktformular, kein Shop. Alle Beträge netto, pro Jahr.
| Posten | Mit Agentur und Wartungsvertrag | Alles selbst |
|---|---|---|
| Hosting und Domain | 120 € | 120 € |
| Lizenzen | 250 € | 250 € |
| Pflege (Updates, Backups) | 828 € | in Ihrer Zeit |
| Kleine Änderungen (6 im Jahr) | 600 € | in Ihrer Zeit |
| Störfall-Reserve | 300 € | 300 € |
| Ausgaben | 2.098 € | 670 € |
| Ihre Zeit | 8 Stunden, 480 € | 30 Stunden, 1.800 € |
| Gesamt | rund 2.600 € | rund 2.500 € |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Beide Wege kosten ungefähr gleich viel, nur in verschiedener Währung, Geld oder Abende. Zweitens: In keiner der beiden Spalten steckt eine Verbesserung der Website. Das ist der Preis dafür, dass sie bleibt, wie sie ist.
Was Sie dafür bekommen, und was nicht
Für 2.000 bis 2.600 € im Jahr bekommen Sie eine Website, die so aussieht wie am Tag der Abnahme, die meistens läuft, und bei der jede Änderung ein kleines Projekt ist. Was Sie nicht bekommen: Sicherheit vor dem nächsten PHP2Shell (das Update kommt, wenn der Hoster und die Agentur reagiert haben, nicht vorher), Geschwindigkeit (die Website wird mit jedem Plugin langsamer, nicht schneller) und die zwanzig Änderungen, die Sie gern gemacht hätten.
Was es bei Johnny kostet
Johnny zieht Ihre WordPress-Website um, gleicher Look, gleiche Adressen, und betreibt sie ab dann. Der Preis ist ein Paket:
- 490 € einmalig für den Umzug (Aktionspreis bis 31. Dezember 2026): jede Seite nachgebaut, jede Adresse bleibt, Formulare, Analytics und Cookie-Banner übernommen, jede Seite am Computer, Tablet und Handy geprüft.
- 99 € im Monat im Jahrestarif (119 € monatlich kündbar): Hosting mit SSL, Backups und Sicherheit, Änderungen per Nachricht ohne Limit im Rahmen von Fair Use, mit Vorschau und Rückgängig.
Preise netto. In den ersten 30 Tagen gibt es alles zurück, wenn Sie nicht zufrieden sind.
In der Tabelle oben ersetzt das die Zeilen Hosting, Lizenzen, Pflege, Änderungen und den Großteil der Störfall-Reserve: 1.188 € im Jahr, im ersten Jahr 1.678 € mit Umzug. Auf Ihrer Domain läuft kein PHP, es gibt keine Plugins und kein Admin-Login, also nichts, was Sie oder wir dort je wieder aktualisieren. Und die Öffnungszeiten ändern Sie, indem Sie es Johnny schreiben.
Ehrlich dazu: Wer alles selbst macht und seine Abende nicht rechnet, gibt bei Johnny mehr Geld aus und bekommt dafür seine Abende zurück. Wer einen Online-Shop oder einen Mitgliederbereich braucht, kann noch nicht zu Johnny. Und wer einen Entwickler im Haus hat, braucht uns vermutlich nicht. Für den Betrieb mit Agentur und Wartungsvertrag, und das ist die Mehrheit, ist Johnny günstiger und schneller.
Alle Preise im Detail: Preise.
Quellen
- Kopf & Stift: WordPress-Wartung (Preisbeispiel 69 € netto im Monat)
- WPBeginner: WordPress maintenance costs (100–300 $ im Monat für Firmenwebsites)
- Seahawk Media: Wartungskosten für WordPress-Websites 2026 (49–299 $ im Monat)
- LG München I, Urteil vom 20.01.2022, Az. 3 O 17493/20 (Google Fonts)